Foto: Stefan Thielicke Der 'Colditz Gleiter'

Foto: Sebastian Kiss Badstube mit der Ausstellung zum Oflag IV C

Foto: Sebastian Kiss Belgisches Quartier

Ausstellungen
Ihr Aufenthalt im Museum Schloss Colditz

Die neue Dauerausstellung auf Schloss Colditz erzählt die bewegte Geschichte des Schlosses aus verschiedenen Zeiten. Die herrschaftlichen Gebäude des hinteren Hofes entsprechen dem Zustand nach dem Auszug von Krankenhaus und Pflegeheim im Jahre 1996 und zeigen noch alle Spuren der Geschichte. Das Mobiliar fehlt vollständig. Seit 2024 kann ein Teil dieser Räume individuell besichtigt werden.

Waghalsige Fluchtversuche der Offiziere und prächtige Räume der Kurfürsten werden mittels aufwendiger Inszenierungen in den unsanierten Räumen lebendig. Die Ausstellung fügt sich in den eingefrorenen Zustand des Schlosses nach der letzten Zäsur ein, in das Gemenge aus Krankenhausduft und kostbar bemaltem Holz.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den spektakulären Fluchtversuchen alliierter Offiziere aus dem Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg. Das Museum bietet Besuchenden u.a. einen Einblick in die Gefangenendatenbank und präsentiert die konfiszierten Fluchthilfsmittel.
Gleichzeitig erfahren Besucherinnen und Besucher mehr über andere Kapitel der Schlossgeschichte: über die Zeit als kurfürstliche Residenz sowie über die Nutzung als Heil- und Pflegeanstalt für psychisch kranke Menschen.

Die Ausstellung verbindet klassische Museumelemente mit modernen Vermittlungsformen. Neben Texten, historischen Exponaten, Filmen und Mitmachstationen können Gäste mit dem Tablet-Guide „Histopad“ digitale Rekonstruktionen und Augmented-Reality-Animationen entdecken. Für weitere Informationen zum HistoPad klicken Sie hier.

Kunstinstallation » 84 Matratzen aus Beton gegen das Vergessen«

Eine Installation des Künstlers Thomas Moecker erinnert an die Opfer der frühen „Euthanasie“-Morde in der Heil- und Pflegeanstalt Colditz. 84 in Beton gegossene Matratzen machen den Keller des Saalhauses zu einem beeindruckenden - und bedrückenden - Gedenkort. Das Kunstwerk gedenkt den 84 Psychiatrie-Patienten, die hier zu Tode kamen. Es steht stellvertretend für das erfahrene Leid eines jeden Patienten in einer Anstalt, in der der planmäßige und systematische Tod für geistig behinderte Menschen betrieben wird. Die Objekte der Installation wirken durch den Beton wie Fossilien, die alle Erfahrungen gespeichert haben. Die Installation ist für Besucher kostenfrei zugänglich.