Die neue Dauerausstellung auf Schloss Colditz erzählt die bewegte Geschichte des Schlosses aus verschiedenen Zeiten. Die herrschaftlichen Gebäude des hinteren Hofes entsprechen dem Zustand nach dem Auszug von Krankenhaus und Pflegeheim im Jahre 1996 und zeigen noch alle Spuren der Geschichte. Das Mobiliar fehlt vollständig. Seit 2024 kann ein Teil dieser Räume individuell besichtigt werden.
Waghalsige Fluchtversuche der Offiziere und prächtige Räume der Kurfürsten werden mittels aufwendiger Inszenierungen in den unsanierten Räumen lebendig. Die Ausstellung fügt sich in den eingefrorenen Zustand des Schlosses nach der letzten Zäsur ein, in das Gemenge aus Krankenhausduft und kostbar bemaltem Holz.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den spektakulären Fluchtversuchen alliierter Offiziere aus dem Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg. Das Museum bietet Besuchenden u.a. einen Einblick in die Gefangenendatenbank und präsentiert die konfiszierten Fluchthilfsmittel.
Gleichzeitig erfahren Besucherinnen und Besucher mehr über andere Kapitel der Schlossgeschichte: über die Zeit als kurfürstliche Residenz sowie über die Nutzung als Heil- und Pflegeanstalt für psychisch kranke Menschen.
Die Ausstellung verbindet klassische Museumelemente mit modernen Vermittlungsformen. Neben Texten, historischen Exponaten, Filmen und Mitmachstationen können Gäste mit dem Tablet-Guide „Histopad“ digitale Rekonstruktionen und Augmented-Reality-Animationen entdecken. Für weitere Informationen zum HistoPad klicken Sie hier.
Kunstinstallation "84 Matratzen aus Beton gegen das Vergessen"
Diese Installation des Künstlers Thomas Moecker erinnert an die Opfer der frühen „Euthanasie“-Morde in der Heil- und Pflegeanstalt auf Schloss Colditz.
Die 84 aus Beton gegossenen Matratzen stehen symbolisch für die 84 psychiatrischen Patientinnen und Patienten, die hier während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Im Keller installiert, schafft das Werk einen eindringlichen und zugleich stillen Erinnerungsort.
Die Betonformen vermitteln ein Gefühl von Dauer und bewahren die Erinnerung an die Menschen, die hier litten. Die Installation mahnt zur Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der Geschichte und lädt zum Innehalten ein.
Die Installation ist über eine Treppe zugänglich und kann kostenfrei besichtigt werden.